Kreative Traumatherapie basiert auf den Modellen und Methoden der kreativen Leibtherapie. Dieses therapeutische Verfahren wird der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie zugeordnet. Das Wort „Leib“ enthält den indogermanischen Wortstamm „lib“ und bedeutet Leben , Erleben, der erlebende Mensch.
Kreative Traumatherapie arbeitet mit dem ganzen Menschen: seinen Gefühlswelten, seinem geistigen Erleben (Verstand, Denken, Selbstkonzept), seinem Körpererleben und seinem sozialen Erleben.
Die Kreative Traumatherapie nutzt die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Tanzes, der Bewegung, der Gestaltung und der Musik. Das Unaussprechbare und Unsagbare kann durch den kreativen Ausdruck erklingen und sichtbar werden. Erstarrtes kann aufweichen und dem Körpererleben wieder zugänglich werden, neue Wahlmöglichkeiten können sich erschließen und ein Aufrichten in Würde kann möglich werden.
Traumatisierungen, die durch Gewalt verursacht werden, wie beispielsweise sexuelle Gewalt sind immer auch Beziehungstaten. Durch das Erlebte wird das Vertrauen in andere Menschen zutiefst erschüttert. Misstrauen schützt zunächst sinnvoll vor erneuten Verletzungen. Kreative Traumatherapie unterstützt mit Wertschätzung und Vertrauen aufbauender Beziehungsarbeit Betroffenen wieder Mut zu fassen, mit anderen Menschen in befriedigende Beziehungen zu gehen.
Wesentliche Absicht des therapeutischen Prozesses ist es, Kompetenzen und Ressourcen des traumatisierten Menschen zu suchen und wieder zu entdecken. Es geht um Stärkung des Selbstbewußtseins und der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Traumatisierte Menschen erfahren, dass sie in der Vergangenheit zwar Opfer waren, aber heute wirksam sein können.
Auf diesem Weg biete ich Ihnen meine Begleitung
(Einzelbegleitung) und Unterstützung an.
Termine nach telefonischer Vereinbarung oder über E-Mail möglich.
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Für Therapeuten oder Fachkräfte, die mit traumatisierten Menschen arbeiten
biete ich folgende Fachfortbildung an:
Einjährige Fachfortbildung "Kreative Traumatherapie"
vom 19.September 2025- 12. Juli 2026
in Maicha (Gunzenhausen/ Fränkisches Seenland)
Traumatisierungen erlitten zu haben, hat tiefgreifende Folgen für die Art und Weise, wie Menschen die eigene Person und ihre sozialen Beziehungen erleben.
Da Traumatisierungen oft (und sexuelle Gewalt immer) Beziehungstaten sind, versteht sich kreative Traumatherapie vor allem als Beziehungsarbeit.
Kreative Traumatherapie ist leib-orientiert (Leib meint den erlebenden Menschen)
Kreative Traumatherapie umfasst eine Fülle kreativer Zugänge. Sie sind besonders wichtig, weil traumatisierte Menschen oft sprachlos sind und viele von ihnen Erfahrenes dissoziieren. Worte allein reichen deshalb vielfach nicht. Die kreativen Methoden geben dem Unsagbaren im Malen, Gestalten, Musizieren oder in der Bewegung Ausdruck und ermöglichen dadurch Veränderung. „Verschüttete“ Ressourcen und Kompetenzen können wiederentdeckt und nutzbar gemacht werden. Die daraus erwachsende Stärkung des Selbstbewusstseins, der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, lässt traumatisierte Menschen erfahren, dass sie in der Vergangenheit zwar Opfer waren, aber heute wirksam sein können.
Kreative Traumatherapie (KTT) nach Frick-Baer ist als Teilbereich der Kreativen Leibtherapie entwickelt und erprobt worden. Die einjährige Fachfortbildung umfasst fünf Wochenenden. Die Seminare sind praxisorientiert, in denen speziell für Betroffene entwickelte kreative Methoden vermittelt werden. Die Bereitschaft der Seminarteilnehmer*innen, über Selbsterfahrung zu lernen, wird vorausgesetzt.
Die Fachfortbildung ist ein Qualifizierungsangebot für Therapeut*innen und andere Fachkräfte, die mit traumatisierten Menschen arbeiten, vor allem mit Erwachsenen, die unter Posttraumatischem Stress-Syndrom (PTSS)und anderen Folgen traumatischer Erfahrungen leiden.
Die Fachfortbildung wendet sich auch an Fachkräfte, die in Kliniken, Beratungsstellen und anderen Einrichtungen Opfer sexueller Gewalt und andere traumatisierte Menschen begleiten.
Inhalte
Bestandteile der Fortbildung sind folgende Seminare (100 Unterrichtsstunden):
1. Das Erleben des Traumas und seiner Folgen
Leibphänomenologische Diagnostik und leibtherapeutische Modelle zum Verständnis des Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS) als Erlebensprozess (Bedeutungsräume, Schattenbewegungen, …)
2. Erregungskonturen und Primäre Leibbewegungen
Zu den häufigsten Folgen traumatischer Erfahrungen gehören chronifizierte Hocherregung und Hochspannung bzw. die Neigung zu Wellen hoher Erregung und Spannung. Es hilft die Arbeit mit den Erregungskonturen und den Primären Leibbewegungen.
3. Traumatherapie und Körpererleben
Beziehung – Boden – Begegnen – Bewältigen
Essentials erlebnisorientierte Traumatherapie und -Begleitung Die vier großen ‚B‘ als Bausteine, Phasen und Leitfaden therapeutischer und begleitender Prozesse. Fokussierende Körperbildarbeit mit traumatisierten Menschen.
4. Klänge, Bilder, Tänze, Texte des Aufrichtens
Kreativtherapeutische Methoden, z.B. Panoramatechniken, Anklageschriften, Leibtänze, Aktives Symbolisieren mit Musik, Gestaltung, Rahmenbilder, Verwandlungsbilder, Richtungsleibbewegungen, Gesten, …
5. Resonanzen, Supervision, Screening
Welche Bedeutung haben Resonanzen im therapeutischen Prozess und sonstiger Begleitung? Verquere Resonanzen, Übertragungen, Fallen, Kränkungen, Mitgefühlsangst bzw. -müdigkeit, Ergriffenheit, Chance? Was brauche ich als Therapeut/in bzw. Begleiter/in?
Außerdem sind Selbststudium, Vor- und Nachbereitung der Seminare und die Prüfungsvorbereitung Bestandteil der Fortbildung (120 Unterrichtsstunden)
Die Fortbildung umfasst insgesamt 220 Unterrichtsstunden.
Kosten
gesamt 1.300€ einschließlich einer Anzahlung von 100€ mit der Anmeldung.
Danach 10 Monatsraten à 120€.
Zeitraum
19.09.25– 12.07.26
1. Wochenende: 19.-21.09.25
2. Wochenende: 14.-16.11.25
3. Wochenende: 23.-25.01.26
4. Wochenende: 20.-22.03.26
5. Wochenende: 10.-12.07.26
Arbeitszeiten
Freitag 18.00 - 21.00 Uhr
Samstag 09.00 - 13.00 Uhr /14.30 -18.30 Uhr
Sonntag: 09.00 - 13.30 Uhr
Veranstaltungsort: Gäste-und Seminarhaus 91710 Maicha (Gunzenhausen) im Fränkischen Seenland
Veranstalter/in
Die Fachfortbildung wird von Frau Sina Christiane von Frommannshausen durchgeführt. Sie bietet sie als lizensierte Dozentin für Kreative Traumatherapie der Semnos-Akademie für Kreative Leibtherapie nach Baer/ Frick-Baer im Rahmen der Aufbaufortbildung für Psychotherapie (Stufe 3) für Kreative Leibtherapeut/innen an. Diese Fachfortbildung wurde ursprünglich durch die Zukunftswerkstatt therapie kreativ angeboten, die Anfang Februar 24 Insolvenz anmeldete. Mit der Fortbildung soll sichergestellt werden, dass Teilnehmer/innen der Stufe 3 ihren Abschluss machen können. Ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der Fachfortbildung ‚Kreative Traumatherapie‘ oder ggf. eine Teilnahmebescheinigung werden von der Semnos-Akademie für kreative Leibtherapie Berlin ausgestellt.
Die Co-Leitung übernimmt Tracy Scharmeister.
Die Fachfortbildung ist offen für Fachkräfte und Interessierte aus sozialen Berufen, die mit traumatisierten Menschen arbeiten.
Nach Anmeldung bzw. bei Interesse erhalten sie einen Fragenbogen zu Angaben von Aus- und Fortbildungen im Vorfeld und zur ihrer aktuellen Berufspraxis.
Anmeldung bis zum 06.07.25 per Mail: postmaster@sina-weimar.de